Tag 13
Dienstag, 7 August 2007, immer wieder tiefe Flüsse
Von Husafell führt die Piste F578 auf die F35. Jedoch muss am Anfang der F578 ein Fluss durchfahren werden der in unserem Reiseführer als tief, breit und steinig beschrieben wird. Wir lassen das Gepäck am Camping und wollen uns den Fluss ansehen. Die Piste führt durch bemooste Lavasteinfelder. Sie ist kurvig und auf dem teilweise sandigen Untergrund lässt sich wunderbar driften.
Kochi hat ein neues Problem an seinem Motorrad. Sein Kilometerzähler ist bei genau 11.111,1 km stehen geblieben. Außerdem flackert sein Tacho andauernd. Doch wir wollen bis zum Fluss weiterfahren. Dort wollen wir den Defekt finden und beheben.
Beim ersten Anblick des Flusses entscheiden wir uns gegen den Versuch, ihn mit unseren Maschinen zu durchfahren. Schon einige Meter vom Ufer entfernt ist er mindestens 1Meter tief und überall liegen dicke Steine. Die Entfernung zur anderen Uferseite schätzen wir auf 40 Meter.
Kochi widmet sich seinem Motorrad. Wie er vermutet hat ist der Stromkreis unterbrochen und der Elektrostarter bleibt stumm. Wir legen die Batterie frei. Hunderte von Mücken stürzen sich während der Reparatur auf uns. Sie fliegen uns in Augen, Mund und Nase. Also Helm und Crossbrille wieder auf. Ein Hauptkabel ist durchoxidiert. Wir zwacken den kaputten Draht ab und verbinden die zwei Drahtenden wieder miteinander. Wir drücken den Elektrostarter. Er meldet sich sofort. Kochi hat es wieder einmal geschafft, den Fehler sofort zu finden und zu beheben.
Wir fahren zurück zum Camping. Wir bauen die Zelte ab, verstauen unser Gepäck und essen einen Burger zu Mittag. Dann tanken wir und fahren die F550 ein gutes Stück zurück. 50 km lang weichen wir den gröbsten Steinen und Schlaglöchern aus.
Wir biegen auf die F338 ab, sie führt in Richtung Gullfoss. Wir machen einen Abstecher zum Hagavatn, einem Gletschersee auf dieser Strecke.
Die Piste dorthin ist vom Regen stark ausgewaschen und dicke Steinbrocken müssen umfahren werden. Manchmal verlieren wir den Weg aus den Augen. Die letzten Meter bis ans Ufer gehen wir zu Fuß. Leider ist es neblig und grau, so dass das gegenüberliegende Gletscher ein bisschen im eintönigen grau untergeht. Wir machen zwei kleine Eisberge aus, die auf dem See treiben.
Einen fast völlig geschmolzenen Eisbergrest fischen wir aus dem Wasser. Seine Klarheit und sein Glanz beeindrucken uns.
Zurück auf der F338 geben wir ordentlich Gas, denn es ist spät geworden. Doch ein Fluss, der in unserem Buch als passierbar beschrieben wird, erscheint uns doch zu tief. Wir fahren ein Stück zurück und wählen eine Piste, die nach Geysir führt. Hier soll es auch einen ziemlich tiefen Fluss geben, der überquert werden muss. Wir wollen ihn uns wenigstens anschauen, sonst müssen wir die F338 noch weiter zurückfahren. Wir haben Glück, er wurde überbrückt.
In der Raststätte Geysir essen wir Wurst und Suppe, dann bauen wir auf der Campingwiese unsere Zelte auf. Alle paar Minuten hören wir den Stokkur ausbrechen und der Wind führt leider auch den stinkenden Schwefelgeruch mit.













