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Tag 10

Samstag, 4 August 2007, eisiger Wind


Die Sonne scheint aber es stürmt. Unsere abgestellten Suzukis schaukeln gefährlich. Perfektes Wetter zum Stiefeltrocknen.

Nach dem Frühstück packen wir unsere Taschen. Heute wollen wir Landmannalaugur erkunden.

Mike bemerkt beim Packen, dass seine Gepäckrollen zusehends löchriger werden und dichtet mit Klebeband ab.

Mit den angefangenen Dosen und Päckchen bereiten wir das Mittagessen vor. Wir verabschieden uns von den Hütteninhabern.

Gäbe es Bäume hier, der Sturm würde sie umknicken. Von uns verlangt er gewaltige Schräglage bei geradeaus Fahren.

Nach einigen Kilometern tanken wir bei einem kleinen Motel. Hier treffen wir auf zwei uns bekannten Mountainbike Fahrer, die schon am frühen Morgen die Hütte verlassen und jetzt nach einem halben Tag Fahrt erst einige Kilometer geschafft haben. Wir haben Mitleid, Island mit dem Motorrad ist schon anstrengend genug.

Erst als wir von der Ringstraße auf die F208 abbiegen, bietet das hügelige Gelände zeitweise Schutz vor dem Sturm. Die Landschaft ist einmalig und bietet wunderschöne Ausblicke.

Wir stoßen auf eine Rettungshütte, die wir als Nachtlager in Betracht ziehen wollen, doch der muffige Geruch der Matratzen und der Mäusedreck lassen uns weiterfahren. Außerdem ist es erst später Nachmittag.

Immer wieder müssen wir kleine Wasserläufe durchqueren. Wir bleiben oft zum Fotografieren stehen. Irgendwann wird es aber Zeit, einen Zeltplatz zu finden.

Wildzelten ist diese Nacht angesagt und so biegen wir rechts auf eine kleine Piste ab. Diese steigt steil an und zeitweise ist sie so undeutlich dass wir sie fast verlieren. Wir kommen auf ein steiniges Plateau wo der Sturm wieder mit ganzer Kraft zupackt. Auf dem steinigen Untergrund wo wir zeitweise im Schritttempo fahren müssen, haut er uns manchmal fast um.

Wir finden keinen Zeltplatz, die spitzen Steine würden den Zeltboden aufschlitzen. Erst ein Moosstreifen an einem kleinen Bach liefert einen passenden Untergrund.

Den einzigen Windschutz für unsere Zelte bieten unsere Suzukis. Die Zelte sind aufgebaut und flattern bedrohlich. Wir versuchen es erst gar nicht, uns eine warme Mahlzeit auf dem Gaskocher zuzubereiten. Müsliriegel und Ananas aus der Dose müssen reichen. Bei der eisigen Luft behalten wir unsere Sturmhauben sogar beim Essen an. Zähne putzen fällt auch aus.

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