Erfahrungen
Camping
Die von uns besuchten Campingplätze boten ein Minimum an Versorgungsmöglichkeiten. Die Toiletten waren oft nur ein dunkler Bretterverschlag. Duschen gab es wenige und waren nicht sehr einladend. Einzig bemerkenswert ist manchmal die Landschaft um verschiedene Campingplätze oder wenn sie über einen eigenen Hot Spot unter freiem Himmel verfügen.
Die Campingplätze bilden mit 10 Euro pro Zelt und Person die billigste Übernachtungsmöglichkeit, für die billigsten Zimmer muss man zwischen 50 und 100 Euros pro Person rechnen. Alternativ bieten viele Campings auch Betten in einem gemeinsamen Schlafraum an. Dies kostet aber wenigstens 20 Euro und man sollte vorbuchen.
Einkaufen sollte man weitgehend auf Campingplätzen vermeiden. Es gibt keine frischen Waren wie Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch. Man findet nur Konserven oder vakuum Verpacktes. Bier gibt es auch nicht überall, meistens nur leichtprozentiges Bier. Alles ist überteuert und kostet ein Vielfaches im Vergleich zu den Supermärkten. Will man sich einige Tage auf einem Campingplatz einrichten, sollte man unbedingt vorher in einem Supermarkt alle notwendigen Lebensmittel besorgen.
Neue Gastanks für unseren Kocher haben wir nur auf dem Camping in Reykjavik erhalten. Campinggas ist nicht sehr verbreitet.
Tankstellen
In unseren Karten sind Tankstellen eingezeichnet. Für einige Strecken im Hochland muss man eine Autonomie von 300 bis 500 km haben, was Reservekanister erfordert. Nicht alle eingetragenen Tankstellen im Hochland gibt es auch wirklich, wenn möglich vorher nachfragen. Die meisten Zapfsäulen funktionieren nur mit Kreditkarte. Benzin ist mit anderen Produkten verglichen noch erschwinglich.
Einkaufen
Die größte Auswahl und besten Preise bieten die großen Supermärkte. Die gibt es aber nur in den Städten oder großen Ortschaften. Je weiter man davon entfernt ist, umso kleiner und teurer das Angebot.
Auf frisches Brot muss man fast immer verzichten.
Auch Motorradbekleidung ist sehr teuer und schwer zu finden. Wir wollten einfache Gummianzüge kaufen um sie bei Regen über die Motorradkleidung zu ziehen. Wir haben nichts gefunden. Bei Hein Gericke und Co hätte sich so etwas für wenig Geld gefunden, gibt es in Island aber nicht.
Essen
Wir haben uns von zu Hause einen Vorrat an Fertigsuppen und vor gekochtem Reis mitgebracht. Beides ist Platz sparend, schnell zubereitet und erfordert wenig Kochgeschirr. Industriewürstchen haben wir manchmal dazugekauft und hineingetan. An den größeren Tankstellen und Campingplätzen gibt es oft eine Imbiss Bude. Ein Hamburger mit Pommes und Cocktail Sauce ist mit 10 Euro nicht geschenkt, schmeckt aber ordentlich und macht satt.
Die Restaurants sind sehr teuer, sogar die Chinesen machen da keine Ausnahme.
Wetter
Island befindet sich genau unter einem Breitengrad, an dem ständig neue Tiefs entstehen. Die am Äquator aufgewärmte und mit Wasserdampf gesättigte Luft kühlt hier ab. Riesige Wolkengebirge bilden sich. Das Wetter ist für Motorradfahrer eine Herausforderung. Regen, Nebel, Wind und Kälte prägen hauptsächlich das Wetter. Auch bei sonnigem Wetter muss man oft mit starkem und kaltem Wind rechnen. Über das Hochland fegen kräftige Stürme. Regen, Nebel und tief hängende Wolken trüben die Stimmung und die Landschaft verliert an Reiz, bei Sonnenschein wirkt sie umso mehr überwältigend.
Motorradbekleidung
Ein geschlossener Helm hilft gegen Wind, Regen und Kälte. Ein offener Helm ist auf Island für den Offroad Reisenden nicht zu empfehlen. Unter der Motorradjacke sollte man auf jeden Fall noch einen Windstopper und ein warmes Fleece tragen. Wasserdichte Motorradjacke und Hose genügen nicht. Trocken bleibt man nur, wenn man über die Motorradkleidung einen Gummianzug und Gummihandschuhe zieht. Der Gummianzug schützt auch vor dem Wind. Unbedingt von zu Hause mitbringen.
Wir sind mit Crossstiefeln gefahren. Die Füße blieben warm darin, auch wenn sie vom Regen und dem Durchqueren von Flüssen nass wurden. Auch wenn es umständlich ist und das Gepäckvolumen erhöht, die einzige trockene Lösung zum Durchqueren der Flüsse ist ein Fischeranzug (Stiefel mit Hose aneinandergeschweißt). Dies erlaubt es, trocken größere und tiefere Flüsse zu erkunden und eine seichte Stelle zum Durchfahren zu finden oder auch neben dem Motorrad gehend den Fluss zu durchqueren.
Flüsse
Die großen Gletscher nähren zahlreiche Flüsse und Wasserläufe. Auf der Karte lässt sich grob erkennen, wo viele und wo weniger Flüsse anzutreffen sind. Doch allgemein gilt auf den meisten Pisten müssen Flüsse durchfahren werden. Ein Buch mit beschriebenen Flussdurchfahrten ist empfehlenswert denn die Flussdurchfahrten bilden das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Strecken. Flüsse führen am Nachmittag und Abend mehr Wasser als in den frühen Morgenstunden, da in der Nacht weniger Eis schmilzt. Auch der Regen beeinflusst den Wasserstand. Ein Umkippen bei laufendem Motor in den Fluss kann schlimme Folgen haben. Tritt Wasser in den Motor ein, muss man den Motor zerlegen, reinigen und neues Öl einfüllen. Eine solche Reparatur lässt sich nicht so einfach im Hochland bei widrigen Wetterbedingungen und ohne entsprechendes Werkzeug und Ersatzöl bewerkstelligen. Auch ist das Bergen eines Motorrads im eisigen Fluss ohne wasserdichte Stiefel und Hose kein Zuckerlecken. Mit schneller Hilfe von Außen darf man nicht rechnen und bei den Preisen in Island geht es an das Eingemachte.

